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Aufsichtsrat gibt grünes Licht für Weiterbetrieb der Zuckerfabrik Leopoldsdorf 2021

by Stefanie Janitsch | Nov 27, 2020
38.200 Hektar Rübenanbaufläche für 2021 ermöglichen weiterhin wirtschaftliche Zuckerrübenverarbeitung an zwei Standorten in Österreich. 

Aufgrund der für 2021 abgeschlossenen Anbaukontrakte über 38.200 Hektar Zuckerrüben ist die Rübenverarbeitung in beiden Zuckerfabrik-Standorten in Österreich wirtschaftlich sinnvoll. Daher hat der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG in seiner Sitzung vom 27.11.2020 dem Weiterbetrieb des Werkes Leopoldsdorf zugestimmt.

Erwin Hameseder, Aufsichtsratsvorsitzender der AGRANA Beteiligungs-AG:

„Der heutige Beschluss zeigt, was man erreichen kann, wenn Wirtschaft und politische Verantwortungsträger auf Bundes- und Landesebene zusammenarbeiten. Gemeinsam ist es gelungen, wertvolle Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung zu erhalten. Insbesondere aufgrund des erreichten Anstiegs der Zuckerrübenfläche für den Anbau 2021 ist der heutige Beschluss des Aufsichtsrats für eine Weiterführung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf eine sehr gute Nachricht. Ich bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten, die diese klare Entscheidung ermöglicht haben.“

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im Bild (von links): AGRANA Vorstandsvorsitzender Johann Marihart, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, NÖ-Landeshauptfrau Stv. Stephan Pernkopf, NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Rübenbauernpräsident Ernst Karpfinger, AGRANA Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Hameseder
(Fotocredit: NLK Filzwieser)

Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender der AGRANA Beteiligungs-AG:

„Wir freuen uns, dass wir für die wirtschaftliche Auslastung der zwei österreichischen Zuckerfabriken die erforderliche Rübenanbaufläche von mehr als 38.000 Hektar zu diesem frühen Zeitpunkt mit den Rübenbauern kontrahieren konnten. Wir bieten Rübenpreise an, die den Rübenanbau attraktiv machen. Wir haben stets in die Wettbewerbsfähigkeit der beiden österreichischen Zuckerproduktionsstandorte investiert. In den vergangenen 5 Jahren lagen diese Aufwendungen bei insgesamt 77 Mio. Euro in Leopoldsdorf und Tulln. Dabei wurde in energieeffiziente Technologien ebenso wie in höhere Effizienz investiert. Beide Standorte zählen im europäischen Vergleich zu den Fabriken mit dem niedrigsten CO2-Fußabdruck.“

Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus:

„Für mich ist entscheidend, dass wir die heimische Zuckerproduktion und die Eigenversorgung absichern. Dazu braucht es den Standort in Leopoldsdorf und die Bauern, die ihn beliefern. Für viele Landwirte war der Anbau von Rüben in den letzten Jahren nicht mehr attraktiv. Schädlingsdruck, fallende Preise und Produktionsausfälle waren ausschlaggebend. Die Zuckerproduktion war in akuter Gefahr. Unsere Bäuerinnen und Bauern haben es aber geschafft. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung haben wir die Rübenanbaufläche wieder auf über 38.000 Hektar gesteigert. Damit haben die bäuerlichen Betriebe den Grundstein für den Erhalt des Standortes in Leopoldsdorf gelegt. Gemeinsam stabilisieren wir mit diesem Erfolg nicht nur den Rübenanbau in Österreich, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur Absicherung der Eigenversorgung mit Zucker. Dank an die AGRANA für ihr klares Bekenntnis.“

Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich:

„Wer sich zu unseren Bäuerinnen und Bauern und heimischen Lebensmitteln bekennt, der muss auch für geeignete Rahmenbedingungen sorgen. Das tun wir mit diesem Schulterschluss zur „Rettung des Zuckers“ sowohl mit der Wiederanbauprämie, der Steigerung der Anbauflächen als auch mit der Sicherung des Standortes Leopoldsdorf. Das schulden wir unseren Landwirten, Produktionsbetrieben und letztlich den Konsumentinnen und Konsumenten, die am Bauernhof, beim Greißler oder im Supermarkt zu heimischen Produkten greifen wollen.“

Ernst Karpfinger, Präsident der Österreichischen Rübenbauern:

„Ich bin über die heutige Entscheidung im Aufsichtsrat erleichtert. Damit können 150 Arbeitsplätze und die Eigenversorgung Österreichs mit heimischem Zucker abgesichert werden. Ein besonderer Dank gilt der Politik, die mit dem vereinbarten Pakt den Landwirten eine Garantie gibt, sie bei einem erforderlichen Wiederanbau nach Schädlingsbefall finanziell zu unterstützen und sich zum Pflanzenschutz bekennt. Ich bin stolz auf unsere Mitglieder, denn sie haben durch ihre gesteigerte Anbaubereitschaft den genossenschaftlichen Zusammenhalt in schwierigen Zeiten bewiesen. Für eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und regionale Produktion ist der Erhalt jedes Verarbeitungsstandortes vor Ort wichtig.“

KRÄFTIGER ÖKO­NO­MI­SCHER FUSS­AB­DRUCK

Der ökonomische Fußabdruck von AGRANA im Segment Zucker liegt deutlich höher als die unmittelbare Beschäftigung. Zu den österreichweit rund 900 direkt Beschäftigten kommen nämlich aufgrund der Vorleistungen aus den zuliefernden Bereichen, wie insbesondere der Landwirtschaft, weitere 1.900 indirekte Arbeitsplätze. So wird die direkte Wertschöpfung im Zuckerbereich von 80 Mio. € durch Rohstoff-Zulieferungen, nachgelagerte Produktion und die Konsumausgaben auf rund 180 Mio. € mehr als verdoppelt.

In den österreichischen Fabriken Leopoldsdorf und Tulln werden in einer rund viermonatigen Kampagne (Oktober–Jänner) täglich rund 25.000 Tonnen von österreichischen Vertragslandwirten produzierte Zuckerrüben verarbeitet. In Tulln befindet sich neben dem Werk und der Verwaltung auch das zentrale Abpackzentrum mit 20.000 Palettenplätzen, in dem sämtliche in Österreich im Handel erhältliche Zuckersorten der Marke „Wiener Zucker“ sowie Spezialsorten auch für unsere östlichen Nachbarländer erzeugt, abgepackt, gelagert und ausgeliefert werden. Vom Werk Leopoldsdorf aus erfolgt die Zuckerauslieferung vorwiegend an die Lebensmittelindustrie in Silo-LKWs und Big-Bags bzw. Sackware.

NUR „WIENER ZUCKER“ IST ZUCKER AUS ÖS­TER­REICH

AGRANA setzt bei Zucker auf Spezialitäten in Form eines breiten Produktportfolios. Unter der Marke „Wiener Zucker“ werden über 30 verschiedene Zuckersorten erzeugt, darunter Gelier-, Staub- und Würfelzucker. „Wiener Zucker“ gibt es seit 2008 auch in Bioqualität. Auch bei konventionellem Wiener Zucker werden im gesamten Herstellungsprozess keine chemischen Desinfektionsmittel einge­setzt, sondern natürliche Baum- und Hopfenextrak­te. Die Marke „Wiener Zucker“ steht nicht nur für Sortenvielfalt in höchster Qualität, sondern insbesondere für österreichische Her­kunft. Denn „Wiener Zucker“ wird ausschließlich aus heimischen Zuckerrüben gewonnen.

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